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Lieblingshosen nähen
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Du hast dein Schnittmuster sorgfältig vorbereitet, den Stoff ausgesucht und möchtest jetzt endlich zuschneiden. Doch genau hier kann ein kleiner Fehler später große Auswirkungen haben: der Fadenlauf. Wenn er falsch liegt, kann sich die Hose verdrehen und es entstehen Schrägzüge.
Der Fadenlauf ist also bei Zuschneiden die wichtigste Linie. Damit du ihn richtig nutzt, musst du nur verstehen, wie dein Stoff aufgebaut ist.
Schau dir zunächst die Webstruktur deines Stoffes an. Bei einem gewebten Stoff treffen zwei Fadenrichtungen aufeinander: Die Schussfäden verlaufen waagerecht, die Kettfäden senkrecht.
Die Kettfäden haben beim Weben eine besondere Aufgabe. Sie werden auf dem Webstuhl aufgespannt und müssen deshalb einiges aushalten. Dadurch sind sie sehr stabil und in der Regel auch kräftiger beziehungsweise schwerer als die Schussfäden.
Diese Stabilität ist später für den Fall deines Kleidungsstücks wichtig. Ein Stoff fällt schöner, wenn die Kettfäden senkrecht nach unten verlaufen.

Aber woher weißt du beim Zuschneiden, wo die Kettfäden verlaufen?
Dafür hat jede Stoffbahn an beiden Seiten eine Webkante. Sie entsteht beim Weben und läuft über die gesamte Länge des Stoffes. Die Kettfäden verlaufen parallel zur Webkante.
Damit hast du bereits eine wichtige Orientierung für deinen Fadenlauf: Wenn du weißt, wo die Webkante ist, weißt du auch, in welche Richtung die Kettfäden laufen.
Bei deiner Hose müssen diese Fäden später senkrecht nach unten fallen. Genau deshalb muss das Hosen-Schnittmuster so auf den Stoff gelegt werden, dass der Fadenlauf entsprechend ausgerichtet ist.

Auf deinem Schnittmuster findest du dafür die Fadenlauflinie. Sie zeigt dir, wie das Schnittteil auf dem Stoff liegen muss. Die Linie muss beim Zuschneiden exakt parallel zur Webkante ausgerichtet werden.
Das ist besonders bei einem Hosenbein wichtig. Die Fadenlauflinie läuft vom oberen Bereich des Schnittteils bis nach unten. Wird sie korrekt ausgerichtet, können die Kettfäden ebenfalls gerade vom Bund zum Saum verlaufen. Hier solltest du wirklich genau arbeiten. „Ungefähr parallel“ reicht nicht, denn bereits eine kleine Abweichung kann später sichtbar werden.

Vielleicht fragst du dich jetzt: Kann ein bisschen Schräglage wirklich so einen großen Unterschied machen? Ja – und du kannst es ganz einfach selbst ausprobieren.
Nimm ein Frotteehandtuch. Es eignet sich für diesen Versuch besonders gut, weil es in der Regel recht stabil ist. Halte es gerade vor dich und ziehe es mit beiden Händen nach oben und unten auseinander.
Anschließend machst du dasselbe, hältst das Handtuch aber diagonal und ziehst wieder daran. Spürst du den Unterschied?
In der geraden Richtung ist der Stoff deutlich stabiler. Diagonal kann er sich leichter bewegen und ausdehnen. Würdest du die Hose mit leicht schrägem Fadenlauf zuschneiden, würde der Stoff nicht so schön nach unten fallen und es können an den falschen Stellen Beulen und Schrägzüge entstehen.

Der erste Schritt für einen guten Start in die Welt des Hosen nähens ist das richtige Schnittmuster. Worauf du dabei achten musst und wie du erste Anpassungen machst, siehst du in der kostenlosen Anleitung – „Wie du ein gutes Hosen-Schnittmuster findest“ 👇
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