Du hast dein Schnittmuster ausgesucht, alles vorbereitet und möchtest jetzt deine Hose nähen. Bei den Bundfalten scheint die Sache ganz einfach zu sein: Die Position ist im Schnittmuster eingezeichnet, die Falten werden entsprechend gelegt und festgenäht.
Doch dann ziehst du die Hose an – und plötzlich sieht die Bundfalte ganz anders aus als erwartet. Sie sitzt vielleicht nicht dort, wo du sie haben möchtest. Oder sie fällt an deinem Körper einfach nicht so schön, wie du es dir vorgestellt hast.
Und genau deshalb lohnt es sich, Bundfalten erst bei der Anprobe endgültig festzulegen.
Auf dem Papier sieht eine Hose anders aus
Ein Schnittmuster liegt flach vor dir auf dem Tisch. Eine Hose wird später aber von deinem Körper ausgefüllt. Und dein Körper bestimmt natürlich ganz wesentlich, wie der Stoff fällt.
Bei einer Bundfalte kannst du das besonders gut beobachten. Ihre Position beeinflusst, wie der Stoff von der Taille über den Bauch nach unten fällt. Was auf dem Schnittmuster völlig logisch aussieht, kann am Körper deshalb trotzdem anders wirken. Das kannst du auf dem Papier nicht immer vorhersehen. Deshalb würde ich die Bundfalte bei der Anprobe zunächst nur abstecken.
Zieh die Hose an und schau dir an, wie die Falte fällt. Vielleicht gefällt dir die Position sofort. Vielleicht stellst du aber auch fest, dass sie ein kleines Stück weiter innen oder außen harmonischer aussieht. Dann steckst du sie einfach neu.
Das Schöne daran: Du musst nicht raten. Du kannst direkt am Körper ausprobieren, was dir besser gefällt.
Eine kleine Veränderung – ein anderer Eindruck
Gerade bei Bundfalten kann eine kleine Veränderung erstaunlich viel bewirken. Schon wenige Zentimeter können beeinflussen, wie die Vorderseite der Hose wirkt und wie der Stoff fällt. Deshalb lohnt es sich, verschiedene Möglichkeiten tatsächlich anzuschauen, statt sich nur auf die eingezeichnete Position zu verlassen.
Du kannst die Falte zunächst an einer Stelle stecken, die Hose anprobieren, sie wieder lösen und eine andere Position ausprobieren. So bekommst du ein Gefühl dafür, was bei deiner Hose und deiner Figur funktioniert.
Die Anprobe gehört zum Nähen dazu
Für mich ist das ein ganz wichtiger Punkt beim Nähen von Kleidung: Die Anprobe ist kein notwendiges Übel zwischen zwei Nähschritten. Sie ist ein Teil des Nähens. Denn erst jetzt kannst du sehen, wie dein Kleidungsstück tatsächlich aussieht. Du kannst dich bewegen, den Stoff beobachten und erkennen, ob dir die Linien und Proportionen gefallen.
Und manchmal zeigt sich dabei eben etwas, das du vorher nicht wissen konntest. Das ist völlig normal.
Du darfst deinem Blick vertrauen
Gerade wenn du nach einem Schnittmuster nähst, entsteht schnell der Gedanke: „Das ist so eingezeichnet, also muss es auch so sein.“ Aber ein Schnittmuster ist eine Vorlage. Du darfst ausprobieren.
Du darfst eine Falte anders positionieren, wenn sie dir dort besser gefällt. Und du darfst dich dabei ruhig auf deinen eigenen Blick verlassen. Denn am Ende soll nicht das Schnittmuster gut aussehen.
Deine Hose soll an dir gut aussehen.
Nicht nur bei Bundfalten
Was bei Bundfalten so schön sichtbar wird, kannst du übrigens auch bei vielen anderen Details beobachten. Manche Entscheidungen lassen sich erst am fertigen Kleidungsstück wirklich beurteilen. Deshalb lohnt es sich, bei der Anprobe nicht nur danach zu schauen, ob alles technisch stimmt. Schau auch darauf, ob dir das Ergebnis gefällt.
- Wie fällt der Stoff? Wie wirken die Linien?
- Fühlt sich die Hose bequem an?
- Und sieht sie so aus, wie du es dir vorgestellt hast?
Diese Fragen sind genauso wichtig wie die Markierungen im Schnittmuster.
Im dem folgenden Video siehst du konkret, welchen Unterschied die Position der Bundfalten machen kann
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Weitere InformationenDer erste Schritt für einen guten Start in die Welt des Hosen Nähens ist das richtige Schnittmuster. Worauf du dabei achten musst und wie du erste Anpassungen machst, siehst du in der kostenlosen Anleitung – „Wie du ein gutes Hosen-Schnittmuster findest“








Es ist erstaunlich was so eine Kleinigkeit ausmacht
Ja, absolut 🙂